Ein Roadtrip durch Bella Italia

-April 2019-

Verona

"Du, ich muss imfall dringend auf's WC"...

 

Der einstündige Stau kurz vor Verona zwingt uns zum spontanen Boxenstopp auf dem Pannenstreifen - und so startet unser Roadtrip durch Italien doch recht unkompliziert. In Verona angekommen, beziehen wir unser schönes Airbnb von Emanuela und Guido, das gleich vis-à-vis von der wunderschönen Kirche San Zeno liegt. Die Kirche San Zeno stach uns gleich schon bei der Ankunft ins Auge. So besichtigten wir die Kirche gleich am nächsten Morgen.

Während wir durch die vielen Gänge, den Innenhof und den Garten liefen, fragten wir uns, was hier wohl vor über 100 Jahren los war.

Von unserer Wohnung aus, die in einem kleinen Einheimischenquartier lag, erreichten wir die Altstadt von Verona in wenigen Gehminuten. Die Arena von Verona, ein gut erhaltenes römisches Amphitheater, war deshalb quasi gleich ums Eck. Das Theater, das etwa im Jahr 30 n. Chr. erbaut wurde, und zur römischen Zeit über 30'000 Zuschauer fasste, ist sehr eindrücklich. Die Besichtigung der Arena lohnt sich, denn der Ausblick über die Altstadt ist besonders schön.Natürlich machten wir auch noch einen kurzen Abstecher zum Balkon von Romeo und Julia. Da dieser Ort DER Tourispot ist, war dieser auch ziemlich überfüllt - und so erhaschten wir nur kurz einen Blick auf den Balkon, bevor wir im wahrsten Sinne des Wortes zum "Rückzug"antraten.

Arena Verona, Amphitheater, Aussicht
Die Arena von Verona, Amphitheater

Parma

An unserem vierten Tag unserer Reise erreichten wir nach 90 Minuten Fahrt und im strömenden Regen Parma. Parma liegt in der südwestlichen PO-Ebene und ist eines der führenden Wirtschaftszentren Norditaliens, mit dem Schwerpunkt in der Nahrungsmittelindustrie - genau richtig für uns beiden "Foodies". So freuten wir uns auf einen feinen Znacht in einem kleinen aber feinen Restaurant gleich bei uns in der Nachbarschaft.

 

Auf unseren Reisen mischen wir uns am liebsten unter die Einheimischen, denn die Energie des jeweiligen Ortes ist so am besten spürbar. So sind wir nicht selten die einzigen Touristen in einem Restaurant - obwohl ich uns nicht gerne so nenne.

 

Parma war nach dem eher etwas touristischen Verona eine gelungene Abwechslung. Die Strassen waren ruhig, es gab nicht besonders viele Touristen, lediglich ein paar Schulklassen, die gerade auf einem Ausflug waren.

Fezzano (La Spezia)

Liebe auf den ersten Blick war es mit Fezzano. Das kleine Dorf liegt am Golf von La Spezia in Ligurien und kann nur über die Strasse erreicht werden, die von La Spezia über das Dorf Cadimare nach Porto Venere führt. Gleich bei der Ankunft begrüsste uns unsere Gastgeberin Sabrina völlig euphorisch und typisch italienisch mit Küsschen.

 

Unser kleines, mediterranes Häuschen, das wir 3 Nächte unser Eigen nennen durften, lag direkt am Wasser. Das Haus hatte zwei Stockwerke, eine kleine Terrasse und war voll mit liebevollen kleinen Details - ein echtes Schmuckstück.

 

Nur 3 Häuser weiter war das Dorflädeli (übrigens das einzige in Fezzano), wo wir jeweils einkauften. Da wir zu dieser Zeit gerade die einzigen Touristen in Fezzano waren, kannten uns die Leute nach dem ersten Tag und winkten uns bei jeder Gelegenheit. 

Der Fischer, der jeden Tag gleich am Steg vor unserem Haus fischte, die Restaurantbesitzer, die gerne ihre Siesta auf einem Stuhl vor dem Haus machten, und die herzlichen Verkäuferinnen aus dem Dorflädeli mit seinem unverkennbaren Charme.

Sonnenuntergang in Fezzano
Fezzano

Die meisten von euch kennen das Bild mit den vielen farbigen Häuschen an der steil abfallenden Küste Liguriens, die Cinque Terre. Am zweiten Tag machten wir uns von La Spezia aus mit dem Zug auf den Weg nach Monterosso al Mare. Dies ist das letzte Dorf der fünf Dörfer dieser malerischen Küste.

 

Um den anderen Touristen, von denen es hier gerade nur so wimmelte, etwas aus dem Weg zu gehen, entschieden wir uns für die ca. vierstündige Wanderung über den Berg ins nächste Dorf "Vernazza". Durch den Weg über den Berg erreichten wir Vernazza fernab vom Tourismus und wurden mit einem unbezahlbaren Ausblick auf das Dorf belohnt.

 

In Vernazza ging es dann jedoch gleich wieder los mit dem Tourismus, die Restaurants und Bars waren alle brechend voll, obwohl noch nicht einmal Hauptsaison war. So genossen wir unser Bier etwas weiter unten am Wasser und machten uns ziemlich bald wieder auf den Heimweg mit dem Zug.

 

Die Wanderung hat sich sehr gelohnt. Sie führt durch Wälder, Felder, Rebberge und sogar an einer kleinen Kirche mitten im Wald vorbei. 

Vernazza
Vernazza

Piemont - Castagnole delle Lanze

Unseren letzten Stopp machten wir im Piemont - Castagnole delle Lanze. Wir wurden bei wunderschönem Wetter und angenehmen Temperaturen von unserer Nonna Rosanna empfangen. Natürlich ist Rosanna nicht unsere richtige Oma, aber wir fühlten uns vom ersten Augenblick an zuhause und hatten einen guten Draht zueinander. Da Rosanna nur Italienisch sprach, verständigten wir uns irgendwie mit Händen und Füssen und ein wenig "Baustellen-Italienisch", was den ganzen Aufenthalt noch einmal authentischer machte.

 

Das Airbnb von Rosanna ist ein grosses, altes Landhaus, das wunderschön renoviert und hergerichtet wurde. Umgeben von Rebbergen waren wir also im Paradies gelandet. 

 

Der ein oder andere fragt sich nun bestimmt, was tun die beiden denn 3 Tage lang in dieser ruhigen Gegend?

Die Spaziergänge, das Nichtstun, die Gesellschaft von Rosanna und das wunderschöne Haus waren genau richtig zum Abschluss unseres Roadtripps - dolce far niente.

Ein Landhaus im Piemont
Ein Landhaus im Piemont

Fazit

Italien wird unterschätzt. Da Italien für uns Schweizer so nah ist, wurde es irgendwie so selbstverständlich und war einfach irgendwie da. Bella Italia hat jedoch so viel zu bieten. Die Leute, das Essen, die Sprache und noch so viel mehr, ich gerate gleich wieder ins Schwärmen. Obwohl die vier Orte, die wir während 10 Tagen besuchten ziemlich nah bei einander liegen, unterscheiden sie sich sehr.

 

Von der Stadt zum mediterranen Dorf, bis hin zur idyllischen Landschaft im Piemont - es war sehr abwechslungsreich und alles was das Herz begehrt war dabei.

 

Liebes Italien, wir kommen gerne wieder.

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